Stöckener Brocken oder Meine Oma erfindet die Cake-Pops.

Auf Anregung von skyaboveoldblueplace habe ich angefangen, meine Familiengeschichte(n) aufzuschreiben. Das ein oder andere wird hier auch auftauchen… nicht immer ist alles ganz wahr, aber dennoch bewahrenswert: so zum Beispiel die Geschichte, wie meine Oma in den Sechzigern den Grundstein für einen Trend legte.

Früher, schon als sie noch in Hannover-Stöcken wohnten, hat man Opa regelmäßig Skat gespielt. Die Skatabende fanden reihum bei den Skatbrüdern statt; und weil die Männer nicht nur spielen wollten, haben die Frauen sich um das passende Essen gekümmert. Dabei gab es nicht nur Schnittchen, sondern oft auch Kuchen.

Für einen solchen Abend, vermutlich in den frühen 60ern, hatte meine Oma einen Sandkuchen gebacken. Alles war bereit – sie musste ihn nur noch aus dem Ofen holen. Doch plötzlich riss das Pergamentpapier, der Kuchen fiel zu Boden und zerbrach in tausend kleine Stücke.

Es war weder die Zeit, noch das Geld für Ersatz vorhanden – aber es geht nichts über findige Einfälle: Schnell war eine Schokoladenkuvertüre erwärmt, die Stücke wurden hinein getaucht und das Ganze abends als „Spezialität des Haus: Stöckener Brocken“ angepriesen.

Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass diese „Spezialität“ großen Anklang fand und meine Oma später noch so manchen Kuchen mit Absicht zerbröselt hat.

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Blogger lesen für Blogger!?

Ursprünglich veröffentlicht auf Candy Bukowski:

Mal angenommen, wir veranstalten eine WordPress Bloggerlesung in Hamburg…
im goldenen September beispielsweise, in einer netten Kiezkneipe…

Und sagen wir mal, dort würde z.B. der großartige AndreasGlumm aus Solingen lesen. Vielleicht, je nachdem, auch der fabelhafte Herr Faktoid aus München. Womöglich auch die zauberhafte junge Wilde RocknRoulette aus Berlin. Und wer weiß, am Ende auch noch diese Dings… diese Candy Bukowskida oben, aus Hamburg. Und alles zusammen wäre ein ziemlich prima Abend unter ziemlich prima Menschen.

Wie wäre denn da so das Interesse daran?
Würde da jemand kommen? Zuhören, Leute kennenlernen, Spaß haben wollen?
Eure Meinung ist gefragt. Eine grobe Vorabeinschätzung. Um ein Gefühl zu bekommen, ob es Sinn macht, konkret weiter zu planen.

Ich bitte deshalb mal ganz herzlich um ein ehrliches, am besten ausdrucksstarkes Meinungsbild per Umfrageklick und natürlich auch gerne in den Kommentaren. Und auch Teilen wäre natürlich super. Danke!

Original ansehen

Happy Birthday – To Me.

WordPress hat mich dran erinnert, sonst hätte ich es wohl vergessen: Am 15.04.2013 habe ich zusammen mit einer Handvoll Getreuen das Valve Online Music Magazine zu Grabe tragen müssen. Zu viel Arbeit, zu wenig Schlaf-Geld-Perspektiven, das hat diesem Herzensprojekt letztlich das Genick gebrochen.

Aber: Ohne kann ich ja nicht. Also wurde am 16.04.2013 dieser Blog gegründet. Text, Mags, Rock’n’Roll sollte er heißen (und heißt er), weil Schreiben und Musik das ist, was mir von allem am meisten am Herzen liegt. Schließlich wollte ich nicht nur Platz schaffen für neue Musikschreiberei, sondern auch all die alten Valve-Artikel in ein zweites Leben hinüberretten.

Dass so viele Kurzgeschichten dazukommen würden und ich hier ein paar großartige Menschen und Mitschreiber kennenlernen würde, davon habe ich höchstens im Geheimen geträumt. Aber manchmal werden Träume wohl tatsächlich wahr. Ich freu mich <3

Auf ein neues, rasantes Jahr mit vielen spannenden Projekten!
Prost, Konfetti & Fallera!

Berliner (Un)Bekannte: Die Formschöne.

frau peel

Die Designerin: Erna Peel.

In meiner neukonzipierten Reihe “Berliner (Un)Bekannte” werden ab sofort nicht nur Musiker, sondern auch andere kreative Hauptstadt-Köpfe vorgestellt! Geplant sind bereits ein Fotograf, eine Maskenbildnerin und ein Cartoon-Zeichner… und heute möchte ich euch einen (Ein-)Blick auf die wunderbare Schneiderin und Designerin Erna Peel gewähren.

Auf das Schneideratelier chéz Erna wurde ich über eine Freundin aufmerksam gemacht. Denn praktisch immer, wenn sie einen besonders gut sitzenden Rock oder ein blumig form(en)schönes Oberteil trug, lautete die Antwort aufs wo-hast-du-das-denn-her: „Och, das hat Erna Peel gemacht!“ Das macht neugierig – und umso mehr habe ich mich über eine Einladung in das Kreuzberger Wohn-Atelier gefreut.

Knarrende Dielenfußböden, alte Doppelfenster und zwei kleine Zimmer mit Küchennische: Hier wohnt und arbeitet Erna Peel. Und hier durfte ich einmal quer durch ihre aktuelle Kollektion kramen und ein paar neugierige Fragen stellen:

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Wirtz in der Passionskirche, Berlin am 09.04.2014.

Für das Zusatzkonzert zu seiner Unplugged-Tour hat sich der Sub7even-Sänger Daniel Wirtz in Berlin eine ganz besondere Location ausgesucht: Nach dem schönen Heimathafen Neukölln bespielt er an diesem Abend die Passionskirche am Marheinekeplatz in Kreuzberg. Sprich: deutscher Qualitätsrock in neoromanischer Backsteinatmosphäre. Oder wie Wirtz es sagt: „Dass sie uns als kleine Teufel in die Kirche rein gelassen haben… ich entschuldige mich schon mal für diverse ‚gefickt‘ und versuche, den Blitzen ausweichen.“

(c) Marcus SielaffEinen besonders satanischen Eindruck macht die Band mit zwei Geigen, Cello, Bass, Gitarre, Drums und (vor allem) Klavier allerdings nicht. Auch der Wirtz ist in schwarzen Hipsterhosen, schwarzem Shirt und weißer Krawatte vor allem eins: extrem relaxt. Und sehr fein gemacht. Man darf gespannt sein, wie sich seine energetischen und  kraftwortbeladenen Lyrics im feinen Akustikgewand machen.

Los geht es mit „Erster Stein“ und „Sag es“. Letzteres verliert in der zarten Unplugged-Version tatsächlich an Schneid, vor allem, weil Wirtz hier viel Wert auf stimmliche Entfaltung legt – etwas, was bei seinen Rockversionen nicht unbedingt Thema ist. Aber tatsächlich ist das eins der wenigen Male, wo mir die Diskrepanz zwischen Original und Bearbeitung auffällt. Danach entspanne ich einfach. Und dank halber Geschwindigkeit wirken manche Texte tatsächlich sogar noch bissiger, noch schmerzhafter, als sowieso.

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#MusikBlog: John Frusciante – Enclosure.

Streckenweise hört er sich an wie Cat Stevens, und dann habe ich den ehemaligen Red-Hot-Chili-Peppers-Gitarristen am liebsten. Wenn er dagegen mit der ganzen Macht seiner musikalischen Experimentierfreudigkeit zuschlägt, sage ich lieber: Danke, nein, wirklich, danke – aber nein.

Warum nicht alles gut zu hören ist, was gut gemacht und vor allem gut gemeint ist, lest ihr im kompletten Artikel.

John Frusciante

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#13 Klabauterschmerz (Aus dem Archiv II).

Mein Mann ist bei irgend so einem Rockerclub, Lady Boys MC… oder wie sie heißen. Er ist der „Präsi“, als wenn das etwas wäre. Es bedeutet vor allem, dass er fast jedes Wochenende unterwegs ist. Ich weiß nicht, was er dann genau macht. Wenn ich mich an die Partys von früher erinnere, bedeutet es vermutlich, dass er erst betrunken mit aller Welt Streit anfängt, und dann im nächsten Stadium der Alkoholfreuden irgendwo rückwärts in die Büsche fällt. Na ja. Ich habe jedenfalls keine Lust mehr, ihn da raus zu zerren. Bei seiner Bierplautze mittlerweile würde ich mir auch einen Bruch heben.

Dabei haben wir uns durch den Club erst kennengelernt: Als Bloody Redlips war ich damals Tänzerin bei einer Burlesque-Show – meine Nummer bestand darin, mich in altmodischer Ledermontur auf einer alten Harley Davidson zu räkeln und diese bei einer gespielten Reparatur Stück für Stück fallen zu lassen. Der Höhepunkt war eine Art Schleiertanz – mit Motorradteilen. Das und die nackte Haut haben den Kerlen natürlich gefallen und danach ist sein kompletter Club förmlich über mich hergefallen. Fast übereinandergepurzelt sind sie in ihrem eifrigen Bemühen, mir Drinks auszugeben und mir einen Hocker zum Sitzen herbeizuschaffen. Ich habe mit allen getanzt, mit allen geflirtet – bis auf einen. Den habe ich geheiratet.

Dabei saß er nur da, trank, sprach kein Wort und starrte mich gläsern an. Irgendwann stand er auf, taumelte nach draußen und schlug der Länge nach auf dem Rasen hin. Seine Kumpels scherte das nicht. Nur ich bin ihm irgendwann nachgegangen – und da lag er da. Hatte sich inzwischen auf den Rücken gedreht und schlief. Ich weiß nicht, was mich dazu brachte, aber ich habe mich neben ihn gelegt, sein Arm wie ein Kissen unter meinem Kopf, und dachte: angekommen.

So viel zum lächerlichen Groschenroman meiner Ehe.

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Aus dem Archiv.

Ich habe meine Festplatte aufgeräumt und ein paar Textanfänge gefunden, deren Geschichten wohl nie geschrieben werden. Oder doch?

***

Meine Eltern nannten mich Paulette – als Synthese aus Paul und Yvette, ihren eigenen Namen. Einige Jahre nach meiner Geburt stellte sich der Sinn dieser Sentimentalität heraus: In einem Anfall akuter Depression (denn nur so lässt es sich erklären), warf sich meine Mutter vor einen vorbeifahrenden Bus. Der Gedanke muss ihr plötzlich und zufällig gekommen sein, denn sonst hätte sie niemals zugelassen, dass sich mein Vater bei dem Versuch sie zu retten, ebenfalls ums Leben brachte. Von ihren Gesichtern habe ich nur noch eine verschwommene Vorstellung. Aber mit meinem Namen hatten sie mir wenigstens eine Erinnerung an meine Herkunft hinterlassen.

***

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Begleitmusik April.

Song des Monats: Jacob Steele “Up & Away” (2014)

Ausnahmsweise mach ich mal ein bisschen Schleichwerbung… und zwar für meinen geschätzten Arbeitgeber petobel.de. Allen, die in den letzten Monaten TV geschaut haben, dürften es jetzt in den Ohren klingeln: Ding-Dong! “Look in my eyes, through my disguise…”
Wir haben lange ein Geheimnis daraus gemacht, wie das Lied heißt und wer den Song gesungen hat. Aber da wir Anlässe zum Feiern fast so sehr schätzen wie die für Team-Brunchs, gab es zum 55.555ten Facebook-Fan endlich alle Infos: Jacob Steele war’s, ein nahezu unbekannter Singer/Songwriter aus den USA. Komponiert wurde das Ganze von Yessian Music und tatsächlich speziell für uns.

Ich hätte den Indie-Sänger Jacob Steele gern ein bisschen ausgequetscht, wie der Kontakt mit Petobel zustande kam (hätte auch die Chefs fragen können, aber dieser Blog ist schließlich für Musiker gemacht), aber bisher war der Herr aus Ontario, USA noch nicht zu sprechen. Dann hören wir eben einfac noch mal das Lied. Ding-Dong! Den kompletten Song gibt es übrigens bei Amazon, iTunes und Google Play zu kaufen; der Erlös geht an gemeinnützige Zwecke.

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Erwachsen werden oder Was kommt, was bleibt.

Mit meinem Namen schreibt man keine große Geschichte.
Und wenn man so schlecht Gitarre spielt wie ich und die sportliche Höchstleistung im aufrechten Gang besteht, bleiben einem auch sonst nicht viele Möglichkeiten.
Mit den Möglichkeiten eines legendären Lebens habe ich für mich abgeschlossen. Trotzdem bleibt die Frage, was stattdessen kommen wird.

Ich sitze in meinem alten Zimmer bei meinen Eltern. Hier habe ich meine Kindheit ver-bracht und die Zeit, die ich für Erwachsenwerden gehalten habe. Inzwischen stehen hier schon keine Möbel mehr, die habe ich alle mitgenommen als ich auszog.
Was jetzt noch hier steht, hat keinen Bezug mehr zu meiner Zeit. Ich komme alle paar Wochen zu Besuch, dafür habe ich eine Luftmatratze bekommen – allerdings eine komfortable und riesig große, denn mein Freund hat lange Beine – und für meine Hausarbeiten steht hier der wackelige alte Küchentisch aus der Studentenbude meine Mutter.

Wenn ich aus dem Fenster schaue, kann ich bis Hannover sehen.
Früher standen vor meinem Fenster Bäume – so viele und so hoch, dass ich meine Kindheit praktisch im Wald verbracht habe. Jetzt sehe ich keine grünen Blätter und keine Zweige mehr, sondern ich schaue auf Hannover wie in meine Vergangenheit.

Und irgendwie ist das ja auch richtig – ich dachte, ich würde seit Jahren erwachsen werden, dabei habe ich in den letzten Jahren gerade erst mal meine Pubertät nachgeholt. Und die hat in Hannover stattgefunden – mit jemandem, der ebenfalls noch längst nicht erwachsen war. Wir sind zusammen auf Konzerte gegangen, haben auf Festivals gezeltet und die Nächte durchgemacht. Ich erinnere mich an betrunkene Fahrradfahrten durch ein schlafendes Hannover, an geklaute Straßenschilder und heiße Sommertage am Baggersee. Wenn ich daran denke, dann schwingt immer eins mit: das atemberaubende Gefühl, jung zu sein.

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